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INTERVIEW: Maren Sextro

Über die im Oktober erschienene DVD Visual Niches 2 haben wir bereits berichtet. Aber es wäre doch auch mal ganz interessant zu wissen, wer hinter so einem Projekt steht, wie es abläuft und ob auch alles so klappt wie man es sich vorgestellt hat. Aus diesem Grund haben wir Maren Sextro, die verantwortliche "Macherin" der DVD zum Interview gebeten:

- Zunächst einmal beschreibe bitte deinen Aufgaben-Bereich, um dich unserer Leserschaft vorzustellen.
Mein Aufgabenbereich ist sehr weit gesteckt, da wir bei unserem Label e:motion nur zu zweit sind. Das geht vom Projekte entwickeln bis hin zur Umsetzung mit allem was dazu gehört.

- Wonach hast du dich bei der Auswahl der Clips für die zweite Ausgabe der "Visual Niches" DVD-Compilation gerichtet?
Es gab wenig feste Kriterien, eher grobe Richtlinien. Mit zu festgelegten und eng gesteckten Kriterien läuft man leicht Gefahr, dass das eigentliche Konzept am Ende zum Korsett wird und man anfangen muss, Kompromisse bei der Auswahl einzugehen, so nach dem Motto: Ich nehme nur Animation- oder nur Schwarz-Weiß-Videos oder nur elektronische Musik und dann will man 15 Videos zusammenstellen und findet aber nur 9, die wirklich gut sind. Die DVD hat im Untertitel den Zusatz "extraordinary music videos" und das war auch das eigentliche Motto, das bei der Zusammenstellung galt. Die Videos sollten eigenständig und phantasievoll gemacht sein, die Vielfalt des Genres Musikvideo widerspiegeln und so sein, dass man sie sich gerne wiederholte Male anschaut. Ich wollte keine Hochglanzstreifen auf der DVD haben, aber auch kein 90er-Jahre-Lavalampen-Visual-Geblubber. Musikalisch sollte das Ganze eher der elektronischen Musik zuzuordnen sein, das aber auch nicht wirklich streng genommen. Videos von "Gitarrenbands" kamen jedoch nicht in Frage, weil zu weit weg für dieses Projekt. Das war's aber auch schon an Richtlinien. Ein paar Videos haben ihren Weg vielleicht deswegen auf die DVD geschafft, weil ich sie selbst super gerne für mich auf DVD haben wollte.

- Fällt die Auswahl eher nach visuellen oder musikalischen Gesichtspunkten?
Beide Aspekte sind sehr wichtig. Bei diesem Projekt wurde allerdings stark auf visuell interessante, phantasievolle und einzigartige Umsetzungen der Musik geachtet. Durchschnittlich gemachte Videoclips hätten trotz toller Musik bei der Auswahl keine Chance gehabt. Andersherum haben aber auch keine Videos ihren Platz gefunden, bei denen die Musik überhaupt nicht gepasst hat (Tool oder die White Stripes z.B. haben ja auch großartige Videos gemacht) oder die Musik einfach grottenschlecht ist.

- Wie groß ist das Interesse der Labels, auf solchen Nischen-Compilations vertreten zu sein?
Wenn das Tracklisting und Konzept stimmt, sind alle gerne mit dabei. Es gibt eigentlich nur zwei Hindernisse: ein Label will das angefragte Video selber und exklusiv veröffentlichen (und gibt es daher nicht frei) oder dem Label (sprich: dem Major) ist die Verkaufserwartung zu niedrig und der mit der Bearbeitung verbundene Arbeitsaufwand zu hoch...Aber auch bei den Majors sitzt der ein oder andere, der sich persönlich für eine Lizenzierung einsetzt, weil er das Projekt gut findet.

- Welche der vertretenen Videos sind tatsächlich nie im deutschen Musikfernsehen gezeigt worden? Welche Clips haben es geschafft und in welcher Sendung?
Das würde jetzt dauern, das genau aufzudröseln, da die Clips aus den letzten 10 Jahren stammen. Videos wie die von Modeselektor, Rocko Schamoni, Carsten Jost, LFO, Anti-Pop Consortium und T.Raumschmiere sind so gut wie nie gelaufen. Die Videos von Deichkind und Basement Jaxx sind nur über einen kurzen Zeitraum gelaufen und verbringen ihre meiste Zeit jetzt im Archiv, nicht mehr zugänglich für den Fan. Mittlerweile spielt eigentlich nur noch Charlotte Roche bei Fast Forward den ein oder anderen Clip.

- Wie wichtig ist das Musikvideo als Promotiontool? Wie groß schätzt du den prozentualen Anteil der Videoproduktionskosten am gesamten Promo-Budget?
Kann man nicht pauschalisierend beantworten und hängt z.B. davon ab, was man mit dem Video erreichen will und was man selbst für Möglichkeiten hat.

- Lassen sich Rückschlüsse über Videorotationen auf die Verkaufszahlen ziehen?
Bis zu einem gewissen Grad schon. Bei MTV oder VIVA bekommen meist nur die Themen eine Rotation, bei denen der Charteinstieg von vornherein so gut wie sicher ist. Das ist ein ziemlich geschlossener Kreislauf in den kaum ein unbekanntes, ohne großes Marketingbudget ausgestattetes Thema reinkommt.

- Wie ist die redaktionelle Arbeit bei Musik-TV-Sendern hinsichtlich des eigentlichen Basis-Mediums (Musikvideo) aus Sicht einer Plattenfirma bzw. des Zuschauers zu bewerten?
Die redaktionelle Arbeit bezieht sich meist auf die Musik oder den "Star" hinter der Musik. Das Musikvideo selbst ist nur sehr selten Thema. Mehr oder weniger einzige Ausnahme: das Making-Of eines Videodrehs. Aber auch hier geht es in erster Linie darum, den Star beim Dreh und "hinter den Kulissen" zu begleiten. Den meisten Plattenfirmen wird das recht sein, für sie ist das Video Mittel zum Zweck und Begleitmedium. Ich persönlich würde mir mehr Informationen und Hintergrundberichte zum Musikvideo selbst und zum Thema "Videokunst" wünschen.

- Wird das ehemalige Werbemedium Musikclip in Zukunft zu einem eigenen Produkt?
Seitdem es Videos gibt, wollen und sollen einige davon in erster Linie Promo-Tool sein und während es anderen mehr um die Kunst geht. Und das alles ist sowieso eine Frage der Perspektive und des Betrachters. Schon vor mehreren Jahren gab es Kaufvideos, die z.B. die gesammelten Clips von Aphex Twin enthielten. So neu ist es also nicht, dass Musikvideos auch eigenständiges "Produkt" sein können. Diese Form von "Produkt", war dann allerdings stark mit EINEM Künstler verknüpft. Visual Niches versammelt viele verschiedene Künstler und funktioniert auch sehr stark über die Videokunst an sich.

- Gibt es in einer Zeit von bis zu fünf 24h-Clipkanälen überhaupt einen Markt für Musikclip-DVD's?
Für unsere Art von Musikclip-DVD definitiv ja. 1. Da die Sender (zur Zeit jedenfalls) so gut wie nur auf Mainstream setzen und keine Sparten bedienen. 2. Da die Sender die entsprechenden Clips gar nicht oder nur über einen kurzen Zeitraum spielen und dann in den Archiven verstauben lassen. 3. Da eine DVD wie Visual Niches z.B. zusätzlich die Möglichkeit bietet, sich viel intensiver mit der Videokunst dahinter auseinander zu setzen als das im Fernsehen passiert (im Booklet befinden sich Texte zu den einzelnen Videos, die Hintergrundinfos und Anekdoten beinhalten). 4. Da gute Videos in solch' geballter Ladung nicht im Fernsehen zu sehen sind, sondern man sich mindestens 5 Stunden vor den Fernseher hocken muss, um ggf. mal zwei gute Videos zu Gesicht zu bekommen. Wenn die Sender mehr gutes Material liefern könnten und sich mehr trauen würden, hätten sie nicht das Problem, dass immer weniger Leute aufmerksam Musikfernsehen schauen und sie nun anstatt dessen immer mehr Entertainment-Shows bringen müssen.

- Spricht die Tendenz, MTVIVA als Radioersatz als Hintergrundberieselung laufen zu lassen (statt eines aufmerksamen Videokonsums), nicht gegen die Zukunft dieses Mediums?
Ich glaube nicht, dass das Genre Musikvideo in näherer Zukunft aussterben wird, da es ein sehr wichtiges Medium ist. Mit dem Musikvideo wird die Musik visualisiert, wird Musik für den ein oder anderen erst richtig interessant oder greifbar. Das wird sich auch in Zukunft erstmal nicht ändern. Was aus Sendern wie MTVIVA wird, weiss ich nicht. Wenn die Sender tatsächlich immer mehr auf Unterhaltungsshows wie Dismissed und South Park setzen, um die Einschaltquoten und damit die Werbekunden zu halten, entfernen sie sich immer mehr von ihrem eigentlichen Thema: der Musik und enden, meiner Meinung nach, damit in einer Sackgasse. Wenn die Visualisierung von Musik dort nicht mehr in dem Maße stattfindet, wird es woanders passieren. Und genau das ist jetzt schon zu beobachten: gewisse Videos findest auf DVDs, auf den Homepages der Künstler/Labels, auf dem CD-Rom-Teil der herkömmlichen CDs etc. Und bestimmt würden wieder mehr Leute Musikfernsehen aufmerksam gucken, wenn die Videoclips wieder interessanter und abwechslungsreicher würden...

- Es gab einmal Überlegungen seitens der Plattenfirmen, die Musiksender für die Videos bezahlen zu lassen... Wie stehst du zu dieser Idee und ist das überhaupt realistisch/umsetzbar?
Ernsthafte Überlegungen können eigentlich nur von den ganz großen Firmen kommen, denn als kleines Label hast du überhaupt keinen Einfluss auf solche Fragen. Ob das prinzipiell umsetzbar wäre, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass diese Überlegungen zum Teil bereits Realität ist, aber natürlich nicht die zwei großen Musiksender betreffen (hier ist die Plattenfirma froh, wenn der Sender den Clip überhaupt spielt und sie verlangt natürlich kein Geld). Das ist halt die ewige Diskussion darum, ob die Sender für die Plattenfirma Werbung machen oder die Plattenfirmen die Sender mit Inhalten versorgen...Und am Ende bekommt der Recht, der am längeren Hebel sitzt. Aus Sicht eines Indies ist es auf alle Fälle schwer nachvollziehbar, dass man sich sogar an den Drehkosten der großen Musiksender beteiligen soll, wenn z.B. ein Interview geplant ist. In dem Fall ist die Machtverteilung ziemlich eindeutig.

- Bei welchen Videos zappst du weg?
Bei Videos, die nur Klischees bedienen, bei denen man vorher schon weiß, wie es weitergehen wird und welche Stereotypen noch im weiteren Verlauf des Videos ihren Auftritt haben werden. Außerdem bei grässlicher Musik und bei langweilig umgesetzten Performance-Videos.

- Von welchem Act, der noch kein Musikvideo gemacht hat, würdest du gerne mal ein Video sehen?
So weit ich weiß, gibt es kein Video von Monolake oder Alternative bzw. Abstract HipHop Acts wie beispielsweise Alias oder Prefuse 73. Da könnte man sicher tolle Videos machen und die Musik ist großartig.

- Deine Top 5 Videos...
Sorry, aber ich muss daraus 10 machen…es gibt so viele gute...
01. Herbie Hancock - Rockit
02. Roots Manuva - Witness (One Hope)
03. Röyksopp - Eple
04. Deichkind - Limit
05. Grace Jones - Slave To The Rhythm
06. The White Stripes - Fell In Love With A Girl
07. The Art Of Noise - Paranoimia
08. Rocko Schamoni - Heart Of Plastic (Ego Express Remix)
09. Sigur Ros - Svenfn-G-Englar
10. Sean Paul - Get Busy

Vielen Dank für das Interview.

(Interview: Manuel Schülke)

 
 

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