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INTERVIEW: Joseph Kahn
Komplette Videographie


Joseph Kahn (Regisseur)
popzoot: Kommen wir zu aller erst zu der Frage, die wir jedem am Anfang stellen: Welches ist dein momentanes Lieblingsvideo? (Falls du dir die anderen überhaupt anschaust)

Joseph Kahn: Momentan mag ich Dirty Vegas "Days go by" sehr gerne. Es ist ein perfektes Video. Es ist vollständig, vermittelt genau das, was es versucht zu vermitteln, und ich hab Mitleid mit dem Breakdancer. Er sieht so aus wie Michael Jordan, was natürlich nicht schlecht ist, aber er ist so traurig. Ich würde ihm sagen, Kopf hoch, du siehst doch aus wie Michael Jordan!


popzoot: Und welches würdest du als bestes Video aller Zeiten nennen?

JK: Das wechselt von Woche zu Woche, hängt davon ab wie es mir gerade geht. Heute würde ich sagen A-Ha mit "Take On me", weil ich gerade etwas traurig bin. Aber nächste Woche, wenn es mir besser geht, könnte es möglicherweise "Rock Me Amadeus" sein.

popzoot: Obwohl du auch Videos für Rock-Bands wie The Pain Tress oder Die Krupps gemacht hast, hast du eigentlich als Regisseur von Hip Hop-Gruppen wie Scarface, Public Enemy, Lords of the Underground oder Onyx begonnen. Wie hat das alles angefangen, wie hast du die Kontakte mit diesen Gruppen geknüpft?

JK: Ich habe mit Gangster-Rap Videos angefangen weil sonst niemand verrückt genug war, in die gefährlichen Gegenden zu gehen und diese Videos zu machen. Ich habe diese Videos für ungefähr $ 10,000 gemacht, also sehr wenig Geld. Ich kam gerade aus der Filmschule, kannte niemanden und hatte nichts außer diesen Traum, ein Regisseur zu werden.
Also habe ich angefangen und einen Haufen Gangster-Rap Videos gedreht. Ich war umgeben von Schüssen, Leichen, Drogen und wurde unter anderem mit dem Tod bedroht. Aber hier bin ich.

Regisseure, die nie diese Videos machen konnten, tun mir leid. Es ist eine Erfahrung, die dir die Augen öffnet. Ich bin hardcore!


popzoot: Um 1996, 1997 herum bist du die Karriereleiter dann ziemlich schnell aufwärts geklettert mit Clips für New Edition, Warren G und Korn, die alle in den Musikstation sehr oft gespielt wurden. Siehst du ein bestimmtes Video, mit dem du den Durchbruch als Regisseur schafftest oder war es einfach ein kontinuierliches Aufsteigen?

JK: Es war derart gleichmäßig, ich bin fast unsichtbar. Ich bin wohl der unbekannteste erfolgreiche Regisseur, weil mein Aufstieg so allmählich war. Ich mache das hier seit 12 Jahren, die Leute kennen mich aber erst wegen meiner letzten 3. Der Joseph Kahn der ersten 9 Jahre war wie Cinderella, die die Fußboden schrubbt.

Ich glaube ich wurde in dieser Zeit vom Loser und Möchtegern zum Mittelmäßigen und mehr, um dann zum kommerziellen Sell-out zu werden. Alles innerhalb von 12 Jahren. Nicht schlecht.


popzoot: Du hast mit einigen der interessantesten Rock-Bands der letzten Zeit zusammengearbeitet. Ich spreche von Faith no more, Korn oder Hole, die alle nicht wirklich für eine angenehme Art von Kooperationsbereitschaft bekannt sind. War es manchmal schwierig, mit ihnen umzugehen?

JK: Korn. Kein Kommentar
Hole. Courtney Love küsste mich und rannte dann bis auf einen Schlüpfer nackt rund um das Set. That was fun.
Faith No More. Unglaublich nette Jungs. Ich mochte dieses Video wirklich sehr. Ich wünschte, es wäre öfter gespielt worden.


popzoot: Du hast auch Videos für kommerziell erfolgreiche Acts wie die Backstreet Boys oder Britney Spears gemacht, was ein ziemlicher Unterschied zu früheren Kollaborationen mit Hip Hop oder Rock-Bands gewesen sein dürfte. Bands wie Monster Magnet oder Faith no more, mit denen du auch gearbeitet hast, hätten nie eine Zusammenarbeit mit solch Gruppen gewagt. Gibt es die Einstellung "Nein, ich werde nie mit diesen verkaufsschweren Pop-Gruppen zusammenarbeiten" unter Musikvideo-Regisseuren nicht? Ist es nur ein Projekt wie jedes andere auch oder fühlt man den Unterschied im Musikstil auch als Regisseur?

JK: Ich kümmere mich nicht um das, was irgendjemand denkt. Ich mag Musik, Ende. Ich wählte die Musikvideos, die ich drehen wollte, nach dem Kriterium aus, ob ich dafür eine gute Idee habe oder nicht. So einfach ist das. Es hilft, von Natur aus ein breit gefächertes Spektrum an Musikgeschmack zu haben.
Ich hasse es auch, in Schubladen gesteckt zu werden.
Regisseure, die Pop Acts hassen, haben das Recht dazu. Sie haben auch das Recht, Vegetarier zu sein.


popzoot: Wenn du Reaktionen auf deine Videos von den Zuschauern bekommst, gibt es da Unterschiede, die man auf die Herkunft dieser Leute beziehen kann? Sprich gibt es unterschiedliche Meinungen zwischen den Leuten, die aus Amerika kommen und denen aus anderen Teilen der Welt, oder sind die meistens ähnlich? Vielleicht kennst du als Koreaner einige Unterschiede in Sachen Videokultur und Publikum, wenn man die USA mit dem asiatischen Kontinent vergleicht.

JK: In der Tat, es gibt Unterschiede. Kein Mensch versteht Enrique Iglesias, außer die in Nord- und Südamerika. Das Video, das ich für Enrique gemacht habe ist in meinen Augen recht gut. Emotional, romantisch und voller lateinamerikanischer Leidenschaft. Aber Australier lachen drüber. Die haben keine Lateinamerikaner in ihrem Land. Ihre Ureinwohner wurden schon ausgerottet. Also gibt es für sie nichts besonderes daran, dass ein Mann für seine Frau stirbt, es sei denn es ist der Krokodil-Jäger.

Mein Frau ist übrigens Australierin. Sie versteht diesen Enrique nicht, aber vielleicht ist das nur bei ihr so.

Und, ich bin kein Koreaner sondern ein "American Korean", also in den USA geboren. Ein großer Unterschied. Alles was ich über koreanische Musik weiß, ist, dass sie das Internet und Janet Jackson lieben. Ich mag Kim Chee.


popzoot: In der Vergangenheit wurdest du nicht nur beschuldigt, weibliche Reize für deine Videos auszunützen (Sisqo's "Thong Song"), du musst dich wie viele andere Regisseure auch damit abfinden, dass bestimmte Stellen in Videos von TV-Stationen zensiert werden. Beispiele wären Teile in Muse "Muscle Museum" oder kürzlich das CD-Cover bei Eminem "Without me", und dann natürlich noch der kontroverse Clip zu George Michael's "Freeek!". Was denkt der Regisseur dieser Clips über das ganze Thema?

JK: Ich hab mit Zensur überhaupt keine Probleme, solange sie Sinn ergibt. Die angesprochenen Dinge machen keinen Sinn. Ich bin nicht politisch. Ich mache keine politischen Statements. Ich bin ein glücklicher, tanzender Entertainer.

popzoot: Momentan spricht jeder über die Krise in der Musikindustrie. Aber betrifft diese auch die "MusikVIDEOindustrie"? Einige Plattenfirmen haben sicherlich die Kosten für ihre Videos gesenkt, aber hast du in deinem Umfeld eine Art Sparkurs bemerkt?

JK: Ich habe nichts gemerkt. Letztens aß ich mit Dave Meyers zu Mittag, und er sagte er bemerke es, aber das liegt daran, dass er 5-mal mehr Videos macht als ich. Ich drehe nur alle anderthalb Monate ein Video, und wenn sie die Zahl der Videos verringert haben, dann bemerke ich so was nicht. Aber wenn ich aufhören würde so faul zu sein und mehr arbeiten würde, würde ich es sicherlich bemerken. Aber ich bin mit meinem Tempo ganz zufrieden. Die Budgets wurden seltsamerweise sogar größer.

Und außerdem kümmert mich das nicht. Ich drehe die nächsten 10 Monate einen Kinofilm.


popzoot:. Eine Frage, die du wahrscheinlich oft gestellt bekommst: Für Moby's "We are all made of Stars" hattest du einige Guest Stars im Clip wie Dave Navarro, Thora Birch oder Tommy Lee. Wie kam das zustande? Wessen Idee war es und wie kamst du an diese ganzen Leute?

JK: Es war meine Idee. Ich rief meine Freunde an, die wiederum ihre Freunde anrufen sollten. Hollywood ist eine kleine Stadt.

popzoot: Eine andere interessante Sache an dem Video zu Eminem's "Without me" ist natürlich die Moby-Eminem Beziehung. Im Clip macht sich Eminem in einer Szene über Moby lustig. Wir wissen, dass Moby kein Problem mit Eminem's Lyrics in diesem Song hat, aber hast du Moby vor dem Drehen dieser Szene gefragt, ob er auch mit dem einverstanden ist?

JK: Ich habe Moby in einer E-Mail erzählt, was los war. Er schrieb zurück, dass ich es machen sollte. Wenn jemand sich über ihn lustig machen soll, dann sollte es doch ich tun, weil ich sein Freund bin. Also habe ich es gemacht, und ich machte es wirklich dumm. Es war eine komische Situation, wie wenn Mama und Papa kämpfen.

popzoot: Irgendwelche Pläne für zukünftige Projekte? Wir hörten, dass du einen "The Crow"-Film mit DMX in der Hauptrolle machen würdest. Wechselt du jetzt vom Musik-TV zum Kino?

JK: Ich mache "The Crow" nicht mehr. Ich mache einen Motorrad-Film namens "Torque". Der Titel könnte sich noch ändern weil ich nicht sicher bin ob die Übersetzung von "Torque" im Deutschen gut klingt. Das ist das Problem von Titeln, die aus einem Wort bestehen, das von der obskuren Physik von Motorrad-Rennen handelt. Indien hat vielleicht nicht einmal ein Wort für Torque.

Jedenfalls kommt er in einem Jahr raus. Seht ihn euch an. Mehrmals. Mit der ganzen Familie. Wieder und wieder. Bis ich gefeuert werde. Überzeugt euch davon dass da "Regie: Joseph Kahn" steht. Dann seht ihn euch ungefähr 30 mal an.

Ich werde auf jeden Fall zu Kinofilmen als mein Hauptziel wechseln. Ich werde weiterhin Videos machen, ich mag diese Art von Kunst. Aber ich bin fast 30, ich bin ein alter Mann in diesem Business. Ich könnte zu der alten Hure werden, mit dem kein Seemann mehr Sex haben will, ausser dem alten, Besoffenem. Ihr wisst, wer diese Bands sind.


popzoot: Vielen Dank für dieses Interview!

...und bald: Das Joseph Kahn Video Spezial

 
 

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